Video im Knast
Das Projekt „Podknast“ zeigt kurze Video- und Audiosequenzen, die über das Leben im Knast berichten.
Das Projekt „Podknast“ zeigt kurze Video- und Audiosequenzen, die über unser Leben im Knast berichten. Auch wir sind mit einer eigenen Videogruppe vertreten. Bisher sollten vor allem Jugendliche durch die ins Internet gestellten Videobilder und Audiocasts sensibilisiert werden,damit sie keine Straftaten begehen. Inzwischen ist das Projekt aber auch auf den Erwachsenen-Vollzug ausgeweitet worden.
Die Idee, die hinter dem Projekt steht, ist nicht schlecht: Beim „Podknast“-Projekt sollen sich Strafgefangene mit sich, ihrer Geschichte, den Straftaten und den Ursachen auseinandersetzen. Dazu wurde eine Videogruppe ins Leben gerufen, die die bewegten Bilder der Gefangenen zu einer Videosequenz zurechtschneidet. Die fünfminütigen Beiträge werden dann nach Beendigung des Drehs überall im Internet laufen – verschiedenen JVA en in NRW sind an diesem Projekt beteiligt. Per Mausklick können sich Interessierte sofort ein reales Bild von einem Vollzugsalltag machen und so auch vergleichen, wie viel Z.B. die amerikanische Serie „Prison-Break“ mit einem deutschen Knastalltag zu tun hat.
Die von den Inhaftierten hergestellten Videos wollen vor allem aufklären, welche weitreichenden Konsequenzen z.B. einen Inhaftierung für einen selbst und für die Angehörigen hat. Die so entstandenen Beiträge dürften aber auch für Bewährungshilfen, Jugendhilfen, Drogenberater und Lehrer interessant sein, weil sie die Podcast-Plattform als Informationsquelle für ihre Arbeit nutzen können.
Sämtliche Inhalte und Themen der Video-Podcasts werden hier in der Anstalt gemeinsam mit den Inhaftierten erarbeitet. (...) In Anlehnung an die populäre Internetplattform „YouTube“ soll „Podknast“ vielen neugierigen Zuschauern außerhalb des Knasts einen Zugang bieten. Die produzierten Podcasts aus den den verschiedenen JVA’s sind unter www.podknast.de abrufbar.
Schade nur, dass die Inhaftierten die ins Netz gestellten Filme nicht im Rahmen eines Kinobesuches oder einer Theatervorführung sehen können. Nur die wenigsten dürften Internet-Zugang in ihrer Nähe haben und es ist zweifelhaft, ob Abteilungsbeamte für diesen Kurzfilm den Computer hochfahren.
(gekürzt)
Quelle: Aachener Printe, Gefangenenzeitung der JVA Aachen, 12/2011
Kontakt: Freiabonnements für Gefangene e. V., Köpenicker Straße 175, 10997 Berlin, Tel. 030-6112189, Fax: 030-61 62 98 99, E-Mail: info(at)freiabos.de, www.freiabos.de